Leserbrief zum Dobrindt-Besuch (Bericht im TV 13.03.2015)

Herr Kaster hat schon viele Verkehrskoryphäen durch die Trierischen Lande geschleppt: Verkehrsminister wie Ramsauer jetzt Dobrindt, die Bahnchefs Mehdorn und Grube, die vollmundig behaupteten, dass man sich keine Sorgen um den Bahnfernverkehr machen müsse. Die Verkehrsminister äußerten sich, dass die Region Trier den Moselaufstieg brauche, gleichzeitig drücken sie dann ihr Bedauern aus, weil der Bahnfernverkehr entschwunden ist. Im Kreistag Trier-Saarburg verabschiedeten wir Kreistagsmandatsträger einhellig eine Resolution, dass die Region Trier nicht vom Bahnfernverkehr abgekoppelt wird. Trier nimmt nämlich eine zentrale Position im zunehmend verflochtenen Großraum Lux-Saar-Mosel. Hier laufen im Prinzip die Fäden aus Frankreich, Luxemburg, Saarland, indirekt auch Belgien zusammen. Nicht umsonst sahen frühere Militärstrategien hier einen wichtigen Knotenpunkt.

Es stellt eine Unverschämtheit seitens eines „Mautministers“ dar, jetzt den attraktiven und gut genutzten Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in der Region gegen eine notwendige Fernzugverbindung in Stellung zu bringen. Das Land hätte also Schuld, dass wir keine Fernzugverbindung haben, weil wir uns in der Region „für eine Stärkung des Nahverkehrs entschieden und damit den Fernverkehr von und nach Trier unrentabel gemacht“ hätten (Dobrindt, zitiert im TV v.13.3.15). Wir benötigen aber beides: Nah- und Fernverkehr auf der Schiene. Das eine System ergänzt das andere. Das gehört zum Kleinen Einmaleins der Verkehrspolitik. Es geht um mehr als nur die allgemein zitierte Daseinsvorsorge, hier geht es um regionale Entwicklung in vielfältiger sozialer und wirtschaftlicher Breite.

Ich verstehe nicht, warum keine vorhandenen gesetzliche Möglichkeiten und Gesetzesinitiativen von den Politikern in Bund, Land und Kommunen ausgeschöpft werden? Ich frage mich, warum nicht? Wissen sie es nicht oder wollen sie es nicht (vielleicht weil dann keine Gelder für den Moselaufstieg vorhanden sein würden?)? Diese gesetzlichen Möglichkeiten und Initiativen sind: (mehr …)