Leserbrief im TV zum Regionalverkehr – 26.12.2014

Verbesserungen im Rheinland-Pfalz-Takt dürfen sich nicht allein auf die Regionalexpress-Kategorie beziehen. Als täglicher Nutzer der Regionalbahn von Wiltingen nach Saarbrücken ist mir und den anderen Mitreisenden überhaupt kein Vorteil beschert worden. Die Bahn fährt eher ab, dafür dauert die Fahrzeit länger, weil aus unerfindlichen Gründen diese vier Minuten, die die Regionalbahn eher abfährt, in Saarhölzbach „gestanden“ werden. Die Fahrzeuge sind nicht sauber (am Boden klebt es, es riecht säuerlich nach altem Obst), auch häufig zu kurz. Fahrgäste müssen stehen. Früher konnte ich von Saarbrücken aus den Regionalexpress nehmen und in Konz innerhalb eines Zeitfensters von sechs Minuten auf die Regionalbahn warten, die die Umsteiger zu den Orten Kanzem, Wiltingen und Schoden-Ockfen brachte. Da der Regionalexpress neuerdings fast 20 Minuten später in Saarbrücken abfährt, ist dieser Reisevorteil nicht mehr gewährleistet. Dann, so schreibt Herr Wientjes, sind die „alten ICs“ passé. Das klingt fast, als freue er sich darüber. Hauptgrund war doch, dass der neue Rheinland-Pfalz-Takt angeführt wurde, um diese Fernzug-Verbindungen zu eliminieren. Verwunderlich ist, dass der Takt keinen Einfluss auf die Fernzug-Verbindungen von Saarbrücken in die Pfalz hat (Kaiserslautern, Ludwigshafen). Da hat Verkehrsminister Lewentz ganz gut verhandelt. Dabei war auch hier von der Deutschen Bahn der Takt als Totschlagsargument gehandelt worden. Warum, Herr Lewentz, haben Sie sich nicht auch für den Erhalt des ICs im Nordbereich des Taktes eingesetzt?

Dr. Karl-Georg Schroll