Antwort auf ein Schreiben der BBS Hermeskeil

Ende April 2015 erhielt ich einen Brief der Schulleitung der BBS Saarburg-Hermeskeil, in dem auf die Einrichtung einer Oberstufe an der IGS Hermeskeil Bezug genommen wird. Aus datenschutzrechtlichen Gründen stelle ich dieses Anschreiben an mich (als Privatperson) nicht öffentlich. Aus meiner Antwort ist jedoch auch der Tenor des an mich gerichteten Brief zu entnehmen.

Sehr geehrter Herr Scholz,
Sehr geehrter Herr Oberbillig,

Ihr umfangreiches Schreiben habe ich mir mehrmals durchgelesen, um auch die „Knackpunkte“, die derzeit die Lage bestimmen, zu verstehen. Was mir positiv auffällt: Sie versuchen auch die Lage der IGS zu verstehen, Sie sprachen auch Kooperationsmöglichkeiten an, nicht nur um die Lage vor Ort zu entschärfen, sondern – wenn ich es richtig verstanden habe – auch um ein differenziertes Angebot vorhalten zu können. Sicherlich ist richtig, dass nicht der knappe Euro für das Doppelte ausgegeben werden kann. Das ist der Sachverhalt, den ich nachvollziehen kann. Bei diesem Denkansatz, der mir gegenüber auch von Seiten der IGS geäußert wurde, können Sie mit meiner Unterstützung rechnen.

Nur, und jetzt kommt mein eigentlicher Ärger zum Ausdruck, wird von Seiten des Landkreises – so erscheint es mir – eine „alte Schlacht“ geschlagen, die bereits in den 1970er Jahren begonnen hat. Den konservativen Kreisen war die „IGS-Entwicklung“, die seinerzeit die SPD als politisches Programm umsetzte, ein Dorn im Auge. Landrat Schartz argumentiert gegen eine OS an der IGS Hermeskeil mit geringen Schülerzahlen. Das war aber schon vorher bekannt. Auch Sie nennen es ein Argument.

Kurzer Hintergrund: ich bin als „Sozialplaner“ im weitesten Sinne an der Universität Bremen ausgebildet worden (Diplom-Sozialwissenschaftler i.e.S.). Planung, ob im Kulturbereich, Behindertenbereich oder seit gut 20 Jahren im Verkehrsbereich bestimmt meine wissenschaftliche bzw. meine berufliche Grundlage. Und für Planung gibt es es einen „Fünfsatz“: Analyse, Schlussfolgerung, Prognose/Modellierung (-/+), Finanzierung, Umsetzung.

Wie sich Bevölkerung entwickelt ist seit mehr als 25 Jahren bekannt. Im Jahr 2000 veröffentlichte das Bundesamt für Bau- und Raumordnung (Bonn) den „Raumordnungsbericht 2000“. Dort wird hinsichtlich der Schülerzahlen im ländlichen Raum prognostiziert, dass sie bis 2015 um bis zu 50 % zurückgehen werden. Das war für mich insofern eine interessante Prognose, da sich der ÖPNV im ländlichen Raum bis zu 90% aus den Einnahmen des Schülerverkehrs finanziert. Da schwebte sozusagen eine garstige, dunkle Wolke heran, die Unbill bringen würde, wenn die Politik keine Gegenmaßnahmen ergreift. Das was zu befürchten war, ist eingetreten. Die Politik hat sich bis vor ein paar Jahren nicht um die demografische Entwicklung gekümmert, und zwar auf keiner verantwortlichen Ebene.
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